Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Gesundheit

Dritte Meinung gegen Krebs

08.03.2007


Ausbruch aus gefährlichem Standard - alternative Tumorberatung des Deutschen Ganzheitlichen Krebsinformations- und Beratungszentrums in Buoch bei Stuttgart Interview mit dem Direktor, Herrn Lothar Hirneise, Vorstand des Vereins "Menschen gegen Krebs"

"Sie haben Krebs!" Diese leider immer häufiger gestellte Diagnose erweist sich trotz allen Fortschrittsgeläuts auch heute noch als Synonym für einen Leidensweg: Operationen und oft viele Zyklen von Bestrahlungen und/oder Zellgiftinfusionen. Die Therapien folgen diszipliniert den "anerkannten" Standards. „Heilung“ definiert sich durch festgelegte Fristen: Fünf Jahre Überlebenszeit reichen der Statistik meist, Gesundung zu bescheinigen. Auf dem Papier. Betroffene und Nichtbetroffene halten die gewohnten Fahrpläne der zweittödlichsten Zivilisationskrankheit für unabänderlich. Nur wenige fragen schon nach neuen Wegen, die Auswege sein können. Sehr zu Unrecht. Denn es gibt auch hierzulande weit mehr als eine Handvoll Möglichkeiten, aus den eingeübten Algorithmen der Tumorbekämpfung auszubrechen – um das Heft wieder in die eigene Hand zu nehmen. Im Herbst des vergangenen Jahres öffnete ein Haus die Pforten, in dem man sich gleichsam die Wanderkarten für solche Auswege besorgen und die ersten Schritte gehen lernen kann: das Deutsche Ganzheitliche Krebsinformations- und Beratungszentrum in Buoch bei Stuttgart. PROVOkant sprach mit dessen Direktor, Herrn Lothar Hirneise, Vorstand des Vereins "Menschen gegen Krebs".

PROVOkant: Herr Hirneise, warum bewegen sich die meisten Krebskranken offenbar automatisch in einer Art "Rohrpostkanal"  standardisierter Behandlung?

Lothar Hirneise: Weil sie keine Kenntnis davon haben, dass es auch anders geht. Sie wissen einfach nicht, dass es neben dem chirurgischen Eingriff, der Chemotherapie, der Bestrahlung oder allenfalls noch der hormonellen Behandlung eine Vielzahl weiterer Krebstherapien gibt, die nicht nur schlechthin möglich sind, sondern die wirklich Aussicht auf Genesung bieten. Es geht um Therapien, die wirkungsvoll sind und trotzdem nicht jene schlimmen Nebenwirkungen haben, die den Erkrankten in der Regel wie eine unangenehme Selbstverständlichkeit zugemutet werden.

Sie bräuchten doch nur ihren behandelnden Arzt danach zu fragen!?

Das würde ihnen kaum weiterhelfen. In den meisten Fällen jedenfalls nicht. Denn an unseren Universitäten wird nur ein Bruchteil der verfügbaren Krebstherapien gelehrt. Als verantwortungsbewusster Mediziner muss man sich darüber erst im Nachgang sachkundig machen. Und leider tun das die wenigsten.

...

Die Schulmedizin ordnet die Heilerfolge alternativer Therapeuten bei Krebs entweder in den Schubkasten der Fehldiagnosen ein ("Dann war es eben kein Krebs!") oder aber sie verpasst ihnen die Aufkleber "unerklärlich" oder "Spontanremission". Hat das zumindest teilweise eine reale Basis?

Nein. Das sind Ausflüchte. Diese Erklärungsversuche zeugen entweder von Blindheit oder sind schlicht unfair. In meinem Verständnis gibt es keine Spontanheilung. Jedenfalls, wenn man darunter eine Wirkung ohne Ursache versteht. Ich konnte in den letzten Jahren die Schicksale vieler aufgegebener Tumorpatienten verfolgen, die in ein lebenswertes Leben zurückfanden. Da gab es nichts Geheimnisvolles, nichts Unerklärliches. Alle haben sie etwas für ihre Gesundung getan, haben eine Erfolg versprechende Therapie gemacht und dabei, wenn man so will, sehr hart an sich gearbeitet. Und wenn es nur eine Ernährungsumstellung war, eine Entgiftung oder eine energetische Behandlung durch einen Geistheiler. Aber da solche Dinge in den Augen der Schulmedizin nicht als ernsthaftes Therapieren gelten, bleibt bloß das Abschieben in die Rubrik des Spontanen und des Episodischen.

Unverständlich scheint dabei der Umstand, dass diese höchst interessanten Heilungsfälle nahezu unerforscht bleiben.

Man kann sich sehr wohl einen Reim darauf machen. Denn Tatsache ist, dass derartige, als "Wunderheilungen" klassifizierte Fälle von Genesung längst aufgegebener Patienten niemals, aber auch wirklich niemals unter den Bedingungen fortgesetzter konventioneller Therapie, also z. B. der Chemotherapie beobachtet wurden, sondern immer nur dann, wenn der Patient sich von dieser Behandlung löste und die so sehr verketzerten alternativen Wege beschritt. Das müsste jedem Unvoreingenommenen zu denken geben!

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