Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Editorial

Dr. Günter Baumgart, 27.03.2007


Editorial zur Ausgabe April 2007

Die Vegetation der Zeitschriftenlandschaft, liebe Leser, ist, wie Sie täglich an den Kiosken sehen können, mehr als üppig. Mindestens als abenteuerlustig muss da­her einer gelten, der es wagt, in diesem über­quellenden Dschun­­gel ein weiteres Pflänz­chen wurzeln zu lassen. Genau das aber wollen wir tun mit der Pu­blika­tion, die Sie in Ihren Händen halten.

O.K., werden Sie vielleicht sagen, aber wozu diese neue Zeitschrift?

Nomen est omen, heißt es, der Name tut die Bedeutung kund. Wenn sich also ein Journal „PROVOkant“ nennt, muss man annehmen, dass es provozieren möch­te. Ja, so ist es, auch wenn uns dabei jede Aggressivität fremd ist und auch fremd blei­ben wird. „PROVOkant“ will her­aus­fordern, will anregen, will ermutigen. Sie will ihre Leser einladen, sich einzubrin­gen in die große und so notwendige gesell­schaft­liche Ver­ständigung über den Zustand unserer Welt. „PROVOkant“ möchte Sie auffor­dern, ungeachtet gewohn­ter Ta­bus darüber nach­zusinnen, wie unser Leben weiter­gehen soll, und nicht län­ger darauf zu warten, was andere mit Ihnen vor­ha­ben. „PROVOkant“ will Ihnen Mut machen, allzu Übliches in Frage zu stellen, möch­te Sie dazu bewegen, Ihre ganz persönlichen Anregungen zu geben für notwendige Ver­ände­run­gen und sich herauszuwagen in die freimütige Auseinandersetzung und den kultur­vollen Streit. „PROVOkant“ will Sie einladen, fortan nicht hinterm Berg zu halten mit Ihren Stand­punkten, Ihren Visionen und Wünschen, Ihren Kritiken, ja auch mit Ihrem Zorn. Deshalb fühlen wir uns gehalten, Sie mit jeder Aus­gabe dieser Zeitschrift ein wenig aus der Ruhe zu bringen - ohne zu ängstigen, vielmehr aufzumuntern, vielleicht sogar zu  begeistern für die angenehme Verlockung zum Denken.

Bei all diesem Unterfangen werden wir erklärtermaßen nicht diejenigen sein, die Antworten geben. Von un­se­rer Seite aus soll vor allem gefra­gt werden. Es gibt Nachrichtenmagazine, wir indes wollen in erster Linie eine Inter­view­zeitschrift sein. Wir werden immer auf der Suche sein nach Ge­sprächs­­partnern, die im Ver­ständnis des Establishments „aus der Art schlagen“, die in sich Kompe­tenz mit Unvoreingenommenheit vereinen, Origi­na­li­tät mit gesichertem Wissen. Ganz in diesem Sinne fragen wir in unserer er­sten Ausgabe, in welcher Richtung wohl das Gesundheitswesen verändert werden muss, sofern mühselige Reformen sich nicht, wie bisher, darin erschöpfen sollen, einen im­mer gie­rigeren Moloch zu bedienen. So erkunden wir ferner Wege, die Krebskranke wieder mit be­rech­tigter Hoff­nung gehen kön­nen, wenn sie konventionelle Therapien als Strudel erleben, dem sie ent­rinnen wol­len. Und wir beleuchten unter anderem auch ein vernünftiges Expe­ri­ment, das unse­rem Arbeitsmarkt, ohne dies zu wollen, die rote Karte zeigt, weil er bar jeden Ge­fühls und massen­weise seine eigenen Kinder aussetzt.

Die Gedanken, denen auf diesen mehr als 40 Seiten Raum gegeben wird, können der Realität kein neues Gesicht geben. Jedenfalls nicht heute, und auch nicht mor­gen. Aber sie können und sollen Anstöße geben, kleine Anstöße, die sehr wahr­schein­lich auf lange Sicht die Kraft haben, auch große Lösungen zu bewirken. Ganz in diesem Sinne wollen wir provokant sein.

Zurück zur Artikelübersicht