Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Gesundheit

"Sie haben keine Chance"

08.03.2007


Eine auf den Tod krebskranke junge Frau, die dank alternativer Therapie überlebte

Die Chirurgin, die den Röntgenbefund in Händen hielt, vertrieb jede Hoffnung: "Metastasen in der Lunge! Aussichtslos. Wir können nichts mehr für Sie tun. Es gibt keine Rettung! Fahren Sie noch mal mit Ihren Kindern in den Urlaub. …Vielleicht haben Sie noch bis Weihnachten." Es war schon Juli. Eine teuflische Programmierung? Doch halt! Ein letztes Angebot: Was die Medizin jetzt allenfalls noch zu bieten habe, sei eine Hochdosis-Che­motherapie.

Die Art und Weise, in der jene Ärztin solches von sich gab, kann Heidrun Ehrhardt bis heute nicht vergessen. "Vielleicht habe ich gerade das gebraucht, um richtig wach zu werden", sagt sie.

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Allerdings war bis dahin noch ein bitterer Weg zu gehen: Die Metastasen mussten vorher an Zahl und Masse auf die Hälfte schrumpfen. Also erneut und verstärkt Attacken von Zell­gift. Diesmal war es Taxol, das, wie man sagte, bei Lungenmetastasen "recht vielversprechend" sein soll ...

Zu­nächst gab es drei "Dröhnungen" im Abstand von drei Wochen. "Das war schlimmer als alles Vorherige!" Und da der geforderte "Erfolg" danach immer noch ausblieb, legte man nach: Noch ein Zyklus und dann noch einer, bevor die 50 Prozent vorläufiger Rückgang endlich erreicht waren. Aber da diese Art Steilvorlage für die Hochdosis nicht wieder bröckeln durfte, die verbliebene Wartezeit aber dafür Gefahr bot, sollte ein sechster Taxol-Schlag folgen.

Konnte das so weiter gehen? Und welche Aussicht bot denn die Hochdosis-Chemo, also die größte gebündelte Gift­einwirkung, der ihr Körper ausgesetzt sein würde? Bei der Vorabsprache in Jena hatte Heidrun Ehrhardt das Bett gesehen, in dem sie liegen und die Infusionen bekommen würde. Über Wochen isoliert und steril, das Immunsystem am Boden, k. o. Selbst das Niesen einer Schwester hätte lebensgefährlich sein können. "Kann man nicht doch noch etwas Sanftes machen?" hatte sie damals zögerlich gefragt. Vielleicht eine der biologischen Therapien, von denen sie inzwischen aus einigen Büchern wusste? - Kopfschütteln und: "Sie sind hier, um eine Hochdosis-Chemotherapie zu machen. Nur das allein kann Ihnen hel­fen!" Sie habe eine Chance von 30 Prozent, fünf Jahre zu überleben. Zu 70 Prozent würde es also schief gehen? Eine innere Stimme sagte immer wieder: Nein! Nein! Nein! … Das kann es nicht sein. Irgendwann, je früher, desto  besser wirst du den Absprung schaffen. Es muss etwas anderes geben, das dich wieder gesund macht!

Günter Baumgart

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