Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Editorial

Günter Baumgart, 03.07.2008


Nach einer Pause, liebe Leser, die uns das „leidige Geld“ abgetrotzt hatte, finden Sie uns nun wieder in Ihrem Briefkasten oder an Ihrem Zeitungskiosk. Wir sind dieselben geblieben, nur haben wir uns mit einer anderen Publikation zusammengetan. Die 16seitige Zeitschrift „Krebs als Chance“ des gemeinnützigen Vereins „Menschen gegen Krebs“ mit Sitz in Stuttgart nehmen wir ab jetzt - ganz wörtlich genommen - in unsere Mitte. Sie bleibt weiterhin selbständig, und sie zeigt dies mit ihren Themen und der Art sie vorzutragen. Auch mit ihrem Äußeren. Da wir uns aber in gleicher Weise für alternative Lösungen engagieren, sind wir einander alles andere als fremd. Die Leser der einen Zeitschrift bekommen nun auch zugleich die andere in die Hand. Von Verträglichkeit und Gewöhnung müssen wir uns wohl überraschen lassen. Die Synergieeffekte indes tun uns beiden gut. 

Es gibt noch eine weitere Änderung. Sie ist klein und äußerlich, aber nicht nebensächlich. Die Zeile unter unserem Zeitschriftentitel „PROVOkant“ ist neu. Sie lautet jetzt: „Dialoge für eine gesündere Gesellschaft“. Nur äußerlich ist dies eine Neuerung, da wir bereits mit der ersten Ausgabe vor mehr als einem Jahr hätten uns so vorstellen können. Denn dieser Ausweis entspricht genau unserem journalistischen Charakter. Wollen wir doch im Wesentlichen ein Interviewjournal sein, also den Dialog suchen und organisieren. Vor allem aber zeigen wir damit deutlicher Flagge: Unser politisches Konzept ist es, eine ganzheitliche Sicht auf die Gesellschaft zu befördern. Auch wenn der Begriff der Ganzheitlichkeit durch allzu inflationären Gebrauch abgegriffen erscheint - er trifft das Wesen unserer Sache.  

Respekt vor Ihrer Vernunft und Ihrem Gefühl, liebe Leser, ist uns dabei Bedingung. Es sei Ihrem Urteil unterbreitet, welche Verbindungslinien wir zwischen scheinbar weit voneinander entfernten Phänomenen deutlich machen. Ob es sich nun um Zusammenhänge zwischen der Sorge um den Erhalt des Regenwaldes und der Herausforderung durch den Klimawandel handelt, zwischen der Verteidigung natürlicher Heil­methoden und der Macht hinter dem Geld oder zwischen der Suche nach den Ursachen sozialer Verwerfungen und dem Widerstand Umweltkranker gegen eine Psychiatrisierung.  

Bereits ein einziges Jahr Erfahrung hat uns in der Überzeugung bestärkt: Es gibt immer mehr Spezialisten, die weit über den Rand ihres „Tellers“ hinausschauen und eine solche Sicht für überlebensnotwendig halten. 

Unseren bisherigen Anspruch, „Denkanstöße für Alternativen“ vorzustellen, haben wir dennoch nicht aufgegeben. Wir wollen Sie auch künftig teilhaben lassen an der Entdeckung von Bemühungen, neue, bessere Wirklichkeiten zu schaffen - auch oder gerade dann, wenn sie vorerst nur im Verborgenen unternommen werden oder sich nur in kleinen Rahmen zeigen. 

Das mag nicht allen gefallen, denn die Unterschiedlichkeit von Interessen gehört zur natürlichen Beschaffenheit unserer Zivilisation. Die Frage ist nur, wie wir damit umgehen und ob wir gegenseitige Achtung und Toleranz als Katalysatoren unserer Lebenskompromisse durchsetzen. Und genau in diesem Sinne wollen wir nach wie vor provokant sein.

Günter Baumgart

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