Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Erstaunliches

Das geht an die Nieren!

07.10.2008


pictoreal, fotolia

Ein erfahrener Mediziner „entdeckte“ eine Therapie. Sie kann Leben retten, doch niemand will sie anwenden und noch nicht einmal prüfen.

Es gibt Theorien darüber, wie sich Neues durchsetzt: Ideen, Entdeckungen, Erfindungen. Man mag es oft nicht glauben, wie schwer es ein neuer Gedanke hat, wenn die bis dato anerkannten ihm den Eintritt in ihre heiligen Hallen verwehren. Solange es dabei um abstraktes Wissen und Besserwissen geht, kann das angehen. Wenn aber Leben und Gesundheit vieler davon abhängen, dann ist es von öffentlichem Interesse. Einen solchen Stellenwert könnte eine Entdeckung haben, die ein Arzt bereits in den 1970er Jahren gemacht hat: Professor Dr. med. Klaus Friedrich Kopp, damals in verantwortlicher Position an der renommierten Münchner Klinik rechts der Isar, „entdeckte“ - wie er selbst sagt - „durch Zufall“ eine relativ einfache Möglichkeit, wie Patienten mit akutem Nierenversagen vor der Dialyse1 bewahrt werden können. Heute lebt der Mann in Pension ganz in der Nähe der bayerischen Landeshauptstadt. Er ist es nahezu müde, für sein Verfahren zu fechten. Er kann es nicht begreifen, dass keiner der „Zuständigen“ willens ist, seine Entdeckung wenigstens zu prüfen: seine wissenschaftlichen Publikationen, die Dokumentationen, die Patientengeschichten. Wähnt man darin Unmögliches? Wird etwa ihr Effekt befürchtet? Vom Physiker, Chemiker und Philosophen Wilhelm Ostwald stammt der Gedanke, dass einer wohl am besten wegkäme, wenn er rechtzeitig stürbe, „denn dann sind die anderen viel bereitwilliger, seine Leistung gelten zu lassen“. Trifft das noch heute zu? Wir sprachen mit dem Professor in Ebersberg.

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