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Demokratisches
07.10.2008

a.aperture, fotolia
Schweizer wollen der Naturmedizin zu ihrem Recht verhelfen.
Volksinitiative „Ja zur Komplementärmedizin“ auf gutem Wege.
„Abstimmung mit den Füßen“ gehört zu jenen Instrumenten, mit denen das Volk, so denn seine Vertreter nicht auf es hören, seine Interessen durchzusetzen versucht. Beispiel dafür ist unter anderem folgender Trend: Immer mehr an Krankheit leidende Bürger suchen Heilhilfe nicht mehr nur bei beim Schulmediziner, sondern immer öfter auch bei Heilpraktikern und bei solchen Ärzten, die nachweislich etwas von Naturmedizin verstehen. Doch: Das Establishment weiß längst dieser Art innerer Emigration Einhalt zu gebieten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen - mit wenigen Ausnahmen - weder die naturheilkundlich orientierten Therapeuten noch die von ihnen empfohlenen Arzneien bezahlen. Auch nicht, wenn sie, was der Fall ist, preiswerter sind. Ein festes Bündnis von universitärer Wissenschaft, Gesundheitsbürokratie und chemisch orientierter Pharmaindustrie macht den entsprechenden Medikamenten das Überleben mehr als schwer. Therapeuten klagen zunehmend darüber, dass bereits viele der entsprechenden Medikamente vom Markt verschwunden sind. Wie lange selbst bewährte Heilmittel den Würgegriff des verordneten Wirkungsnachweises überstehen können, ist fraglich. Daran wird wahrscheinlich auch das prosperierende Geschäft der Zusatzversicherungen nicht allzu viel ändern. In dieser Situation befinden sich nicht nur wir Deutsche, sondern auch die Schweizer. Doch da deren Demokratie ein wenig anders „gestrickt“ ist als die unsere, schicken sie sich jetzt an, nicht nur mit den Füßen für die sanfte Medizin zu stimmen, sondern mit einem ordentlichen, vielleicht sogar die Verfassung abändernden Stimmzettel. In dem Alpenland ist man dabei, demnächst mit Hilfe eines Volksentscheids der Naturmedizin die Gleichberechtigung zu erkämpfen. Über diesen interessanten Versuch sprachen wir mit dem Präsidenten der Naturärztevereinigung der Schweiz, Christian U. Vogel, dessen Organisation zu den Vätern dieses Vorhabens gehört.
Gedanken-Splitter aus dem Interview: