Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Vermächtnisse

Samenkorn im Acker der Geschichte

07.10.2008


dieter haugk, pixelio

Vom Sinn, sich mit einer Utopie zu beschäftigen.
Was uns der Prager Frühling von 1968 noch heute sagen kann.

Jahrestage von geschichtlichen Ereignissen sind willkommene Anlässe, das Vergangene zu bewerten. Oft stellt man dabei auch die speku­lativen Hätte- und Wäre-Fragen: „Was wäre gewesen, wenn...?“, “Hätte es nicht doch ein gutes Ende nehmen können?“ oder: „Hätte es auch ganz anders kommen können?“ Solcherart Gedankenspiele sind dann nicht ganz nutzlos, wenn sie von dem  Bedürfnis genährt werden, in den Verläufen der Geschichte Lösungs­ansätze für gegenwärtige Probleme zu finden. In diesem Sinne produktive Rückblicke gab es in den zurückliegenden Monaten auch auf den „Prager Frühling“, jene gesellschaftliche Bewegung in der ehemaligen Tschechoslowakei, die auch in Deutschland, vor allem in seinem östlichen Teil, vor 40 Jahren Hoffnungen auf ein Stück besserer, gerechterer, vernünftigerer Wirklichkeit geweckt hatte. Der Haupttenor der Rückblicke auf dieses Ereignis lag in unseren Medien jedoch auf dem damaligen Spiel der politischen Kräfte und seinem gewaltsamen Ausgang. Natürlich ist es höchst interessant, im Nachhinein hinter die Kulissen der Politbühnen zu schauen, ist es spannend, fast wie in einem Krimi, gleichsam hautnah den Schlagabtausch der einstigen Kontrahenten nachzuer­leben. Wir wollten aber darüber nicht vergessen, uns Klarheit zu verschaffen, welches gesellschaftsgestaltende Potenzial jene Ereignisse für spätere Zeiten, vielleicht auch für die unsere haben. Ob und wieweit uns das in dem nachfolgenden Gespräch mit dem Wiener Universitätsprofessor Dr. Dieter Segert gelungen ist, können nur Sie, liebe Leser, beurteilen.

Gedanken-Splitter aus dem Interview:

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