Medizin von unten
„Vor diesem Bäckermeister ziehe ich meinen Doktorhut!“
08.10.2008

sarahC., pixelio
Es ist keine neue Erkenntnis, dass es in unserem Gesundheitswesen mit einem Parameter jedenfalls stetig aufwärts geht - mit den Arzneimittelkosten. Auch wenn dadurch unser Wohlbefinden nicht besser wird. Ebenfalls nicht neu, aber wohl weniger bekannt, ist die Tatsache, dass Naturheilmittel preiswerter sind als chemische Medikamente. Allein der Umstand, dass wir diese aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, gaukelt uns das Gegenteil vor: zu teuer. Wie man das übrigens ändern könnte, erfahren Sie aus einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des Schweizer Naturärztevereins, das wir auf in dieser Ausgabe ebenfalls abgedruckt haben. Das Für und Wider im Kampf um die Gleichberechtigung natürlicher Arzneimittel wird bislang aber noch immer davon bestimmt, wer das wissenschaftliche Sagen hat. Indes sind Verfechter der Naturmedizin längst nicht mehr nur Außenseiter. Immer mehr Ärzte und selbst Universitätsprofessoren, die ihr „Handwerk“ und ihre Wissenschaft nachweislich verstehen, widmen sich ernsthaft biologischen Therapiemöglichkeiten. Zu Letzteren zählt auch der Einsatz ganz bestimmter Lebensmittel. So des milchsauren Brottrunks, den der Bäckermeister Wilhelm Kanne bereits vor einem halben Jahrhundert entwickelt hat. Hippokrates, der Stammvater der Mediziner, soll uns ja ans Herz gelegt haben, unsere Nahrungsmittel sollten unsere Heilmittel sein. Zu den Ärzten, die das in ihrer therapeutischen Praxis auch im Hinblick auf den Brottrunk - ernst genommen haben, gehört Dr. med. Markus Gaisbauer - lange Jahre Chef einer Fachklinik für Naturheilverfahren. Wir sprachen mit ihm.
Gedanken-Splitter aus dem Interview:
- Es gibt über den Brottrunk inzwischen so viel aussagekräftiges und gesichertes Material, dass es eigentlich unverständlich ist, warum dieses gesundheitsfördernde Diätetikum noch immer nicht als wissenschaftlich allgemein anerkannt gilt.
- Es handelt sich um milchsauer vergorenes Brot, welches aus ökologisch angebautem Getreide gebacken wird. Das Einsäuern von Lebensmitteln ist aber eine uralte Methode der Haltbarmachung. Der Clou dabei ist, dass die Nahrung nicht nur konserviert und ihr Nährwert erhalten, sondern dass der sogar erhöht wird.
- Das Entscheidende bei der milchsaueren Vergärung ist die massenhafte Vermehrung milchsäurebildender Bakterien, der Lactobazillen und anderer milchsäurebildender Keime. Auf sie ist unser Körper angewiesen! Denn er hat sich im Verlaufe der Evolution auf sie eingestellt.
- In der Naturmedizin gilt es als ausgemacht, dass nahezu alle, die krank sind, in irgendeiner Hinsicht eine geschädigte Darmflora haben. Nicht zuletzt durch zu viel denaturierte und schadstoffbelastete Nahrung, aber auch durch antibiotische Medikamente.
- Eine Untersuchung hat ergeben, dass Brottrunk sogar solche gefürchteten Krankenhauskeime wie Staphylococcus aurus in ihrem Wachstum hemmen kann.
- Kanne-Brottrunk senkt mild, aber deutlich die Serum-Cholesterinwerte, und zwar selektiv: Das „gute“ HDL-Cholesterin, das unsere Gefäße schützt, bleibt „unangetastet“. Man hat auch nachgewiesen, dass der Sauerstoffpartialdruck steigt, dass sich die Leberwerte verbessern, der Körper stärker entgiften kann. Im Gefolge einer Brottrunk-Kur verminderten sich Wechseljahresbeschwerden, wurden depressive Verstimmungen gemildert und langfristig Prostatabeschwerden positiv beeinflusst. Durch eine Trinkkur mit Brottrunk können auch Defizite an Kalium, Kalzium und Magnesium ziemlich rasch ausgeglichen werden.
- Niemand kann und will behaupten, Brottrunk sei ein Wundermittel und heile etwa auch Krebs. Dennoch gibt es tatsächlich eine Verbindung zu ganzheitlichen Krebstherapien. Nachweislich stärken Probiotika die Immunabwehr, sowohl vorbeugend als auch in einer Behandlung. Onkologen in Heidelberg und Halle haben dokumentiert, dass bei belastenden Chemo- und Strahlentherapien, die unsere Mikroflora nachhaltig stören, Probiotika die Lebensqualität erhöhen.
- Ein Glück, dass Wilhelm Kanne nicht Mediziner geworden ist. Dann hätte er eine solche hervorragende Naturarznei ganz sicher nicht erfunden!
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