
Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Günter Baumgart, 09.04.2008

Editorial zur Sonderausgabe
Vor genau einem Jahr, liebe Leser, veröffentlichten wir unter der Überschrift "Eisen für Millionen" ein Interview mit dem Schweizer Arzt Dr. med. Beat Schaub. Er hatte eine Entdeckung gemacht: Viele seiner Patienten schluckten jahrelang Medikamente, ohne dass ihnen dadurch recht geholfen worden wäre. Und: Sie litten unter Eisenmangel. Wenn er ihnen daraufhin in bislang unüblicher Menge ein Eisenpräparat zuführte, und zwar direkt in die Blutbahn, so wurden sie überraschenderweise bald gesund.
Offensichtlich war das eine medizinische Entdeckung von nicht geringer Bedeutung. Sie stand noch nicht im Pschyrembel, und kein Ordinarius einer medizinischen Fakultät hatte sie jemals gelehrt. Vielleicht gerade deshalb äußerte eine renommierte Hochschulprofessorin, die ansonsten interessantes Neues engagiert unterstützt, mir gegenüber ihre Skepsis. Ja, es war schon Missfallen ob solcher "Medizin von unten", wie wir es nannten. Bis sich Wahrheit und Gutes durchsetzen, dauert es mitunter lange. Hier jedoch war es erstaunlich anders. Dieser Tage findet bereits das zweite wissenschaftliche Symposium zu dieser Entdeckung statt - nach Basel nunmehr in Zürich, in den Gefilden der weltweit bekannten ETH, der Eidgenössischen Technischen Hochschule. Unter den Teilnehmern und Referenten (siehe Seite 4) finden sich nicht nur "normale" Ärzte und Laborfachleute, sondern auch Privatdozenten und Professoren. Das von einem Hausarzt erstmals beschriebene Eisenmangelsyndrom ist tatsächlich zum Gegenstand wissenschaftlicher Beachtung geworden - im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus.
Die Veranstalter des Symposiums waren an uns mit dem Wunsch herangetreten, dem Thema eine Sonderausgabe von "PROVOkant" zu widmen. Wir haben das gern getan, denn wir unterstützen bekanntlich "Medizin von unten", sofern sie sich der öffentlichen Diskussion stellt.