
Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Verbündete
29.01.2009

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Mehr als ein Vierteljahrhundert kämpfen Ärzte gegen nuklearen Wahnsinn, für Gerechtigkeit und für Menschenwürde.
„Politische Medizin“ ist in unserer Gesellschaft wichtiger denn je.
In Krisenzeiten wie der jetzigen bleibt uns meist abzuwarten, in wessen Interesse die von uns immer wieder brav gewählten Politiker wohl handeln werden. Bräuchten aber nicht Finanzcrash, Wirtschaftsrezession, Energiekrise, Umweltzerstörung, Erderwärmung usw. viel mehr als bisher den Einfluss jener Kraft, die von den Sozialwissenschaftlern als Zivilgesellschaft bezeichnet wird? Jener kleinen und großen, lokalen, regionalen, bundesweiten oder auch international koordinierten Gemeinschaften von engagierten Menschen? Klugen Menschen, die keine Lobby haben und meist nur die eigenen knappen Geldmittel, aber umso mehr Mut und Zuversicht, Gemeinsinn und Selbstlosigkeit aufbringen? Wer im Internet surft, kann allein in Deutschland mühelos viele Hunderte solcher politisch aktiven Vereinigungen finden. Von kleinen unbekannten Selbsthilfegruppen und Bürgerinitiativen bis zu den großen, oft schon etablierten Nichtregierungsorganisationen. Es sind mittlerweile derart viele, dass man sich schon wundern muss, warum sich bei uns noch nicht Entscheidendes zum Besseren gewendet hat! Aber vielleicht bricht die Zeit dieser freiwilligen Politikstrukturen erst noch an, Strukturen, die die Demokratie nicht etwa aufheben, sondern vielmehr anheben? Es müssen doch nicht immer Montagsdemonstrationen sein.
Eine jener Vereinigungen, die man unbedingt zu den wichtigen Elementen unserer Zivilgesellschaft zählen kann, sind die „Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs“, zu Englisch: International Physicians fort the Prevention of Nuclear War, kurz IPPNW. Diese Organisation erhielt 1985 den Friedensnobelpreis und ein Jahr zuvor den UNESCO-Preis für Friedenserziehung. Über die politische Arbeit ihrer deutschen Sektion sprachen wir mit deren Vorsitzenden, Frau Dr. med. Angelika Claußen, Bielefeld.
Gedanken-Splitter aus dem Interview: