Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Heiße Eisen

Chance für Frankensteins Immen?

11.05.2009


Valery Kirsanov-fotolia.com

Für Geld und falschen Fortschritt opfern wir die Bienen.
Aber der Verrat an diesen treuen Verbündeten wendet sich gegen uns selbst.

„Verratene Symbiose?“ überschrieben wir einen Fragenkatalog, mit dem wir im vorigen Heft indirekt das auf diesen Seiten folgende Interview ankündigten. Immer häufiger verschaffen sich in den Medien Nachrichten einen Platz, aus denen ein weltweit einsetzendes Bienensterben hervorgeht. Vor allem Industrieländer sind davon betroffen. Voran die USA, aber auch Deutschland. Allein im süddeutschen Raum - in der Oberrheinebene und in einigen Gegenden Bayerns - gingen vergangenes Jahr zwölftausend Bienenvölker zugrunde. Wie wir aus Imkerkreisen erfuhren, waren offizielle Stellen sehr schnell dabei, die Haupt- oder gar die ausschließliche Ursache dafür einem Befall mit der Varroa-Milbe zuzuschreiben. Bienenzüchter jedoch vermuteten schon seit Jahren, dass für die Schwächung und das Sterben der Honigbienen weit mehr die Zunahme von Umweltbelastungen aller Art verantwortlich ist. Ihre Warnungen indes wurden entweder in den Wind geschlagen oder aber zumindest sehr ungern gesehen. Dann aber ließen sich - zumindest in diesem Fall - die Tatsachen nicht mehr verbiegen oder verschweigen.

So bestätigte das Landwirtschaftsministerium von Baden-Württemberg  im Januar 2009 einen Bericht, dem zufolge diese zum Glück noch begrenzte Katastrophe doch auf die Vergiftung der Bienen mit einem Pestizid zurückzuführen ist. Nun ist dessen Zulassung in Deutschland zunächst widerrufen worden. Eine Reihe technischer Maßnahmen soll die Anwendung dieses Giftes aber offenbar wieder unbedenklich machen. All das veranlasste beispielsweise die „Berliner Zeitung“, am 27. Januar ihrem ausführlichen Beitrag zu dieser Angelegenheit die Schlagzeile „Ohne Angst ins Frühjahr“ zu geben. Untertitel: „Imker atmen auf: Die Ursache für den rätselhaften Bienentod ist gefunden und beseitigt“. Ist dieser Optimismus berechtigt? Hierüber und über die zunehmenden Sorgen der Imker sprachen wir in Seeshaupt am Starnberger See mit dem Präsidenten des Europäischen Berufsimkerbundes Walter Haefeker.

Gedankensplitter aus dem Interview:

 

 

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