Neue Ausgabe Oktober/November/Dezember 2009

Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

Mit Beihefter "Krebs als Chance"

Ökonomisches

Der Moloch hat sich verschluckt

03.08.2009


Tentacle, fotolia.com

Gedanken eines Nichtökonomen zur Fehlentwicklung von Globalisierung und Welthandel.

Nur bei oberflächlicher Betrachtung mag es scheinen, als hätten sich die Medien die Erörterung des Krisenthemas nun bald „an den Schuhsohlen abgelaufen“. Auch wir haben uns mit dem Nachdruck zweier Folgen aus einer Artikelserie des bekannten UNCTAD-Ökonomen Heiner Flassbeck daran beteiligt. Inzwischen machten wir auf dem Medienmarkt eine interessante Entdeckung: Bereits im 60. Jahr erscheint - erst nur in der alten Bundesrepublik, nach der Wende in ganz Deutschland - die gesellschafts- und kulturpolitische Vierteljahreszeitschrift „Gespräche aus der Ferne“. Wertschätzend könnte man sagen: In ihr wird noch eine Publizistik „von altem Schrot und Korn“ gepflegt. Auf ihren Seiten fanden wir interessante Überlegungen zur Finanz- und Wirtschaftskrise, diesmal aber aus der Sicht des Nichtökonomen Hans Bremer, eines nahezu das ganze Jahr über in den USA lebenden Deutschen1. Seine gleichsam „unbefangene“ Beurteilung der ökonomischen Zusammenhänge, in die sich unsere Gesellschaften verstrickt haben, ist dem „Normalleser“ rasch zugänglich. Kommentierend sei zu dem hier auszugsweise nachgedruckten Artikel nur Folgendes hinzugefügt: Das Plädoyer Bremers für eine Rückkehr zu einfacherem Leben ist nicht - wie es mancher Technik-Freak vielleicht deuten möchte - als Aufforderung zu verstehen, letztlich im evolutionären Rückwärtsgang wieder zu unseren Vorfahren auf die Bäume zurückzukehren. Selbst die Natur hat Fehlentwicklungen zeitweilig zugelassen und dann aber „lernend“ wieder korrigiert. Als intelligente Wesen stünde es uns an, es ihr in vernünftigem Maße gleichzutun.

Gedankensplitter aus dem Beitrag:

1  Wirtschaftsmodell „Chimerica“ nennt der Historiker Niall Ferguson die Symbiose zweier ökonomischer Mächte, deren eine ein kosteneffizienter Exporteur und Finanzierer ist, während die andere die Rolle des „Innovierers“ und eines massiven Marktes übernommen hat.

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