
Die neue Ausgabe ist seit 29. Oktober 2009 im Bahnhofsbuchhandel und über Internetbestellung erhältlich.

03.11.2009

Liebe Leserinnen! Liebe Leser!!
Heute darf ich Sie zu unserer letzten Ausgabe in diesem Jahr begrüßen. Sie erscheint in einer Zeit der wirtschaftlichen Krise, aber auch der Chancen für eine politische Neugestaltung unseres Landes. Während ich diesen Text schreibe, kann ich jedoch allenfalls nur ahnen, ob und inwieweit unsere Bürgerinnen und Bürger solche Chancen nutzen werden. Wenn Sie die Zeitschrift dann in Händen halten, werden Sie vielleicht ein klein wenig mehr dazu wissen. Eines jedoch scheint gewiss zu sein: Wirklich Neues, im Sinne von Noch-nicht-da-Gewesenem, von Neuartigem, das spannend sein könnte - das wird wohl, in nächster Zeit jedenfalls, nicht zu erwarten sein! Daran hindern uns die hierzulande allerorten vorhandenen Strukturen, an die wir uns offenbar allzu sehr gewöhnt haben. Zugegeben, wir tolerieren diese unsere Verhältnisse auch deshalb, weil sie sich für das Funktionieren unseres Alltags teilweise immer noch bewähren.
Diese Gewohnheit (oder ist es Trägheit?), die echten Änderungen den Weg verbaut, ist zudem oft mit Ignoranz verbunden, einer Untugend, die Lothar Hirneise schon vor Jahren auf einem Krebstag in Stuttgart als den wahren Terrorismus bezeichnete. Und mit dieser Ignoranz kann ich und will ich mich nicht abfinden. Ich habe dabei Tatsachen im Auge, für die Folgendes stehen soll und über die nachzudenken sich gewiss lohnt:
Nach überzeugenden Angaben aus dem Internet sterben auf unserer Erde jedes Jahr noch immer etwa 2 Millionen Menschen an Malaria. Es hätte für jeden von ihnen ein einfaches Moskitonetz ausgereicht, sie vor der Krankheit weitgehend zu schützen. Weitere 2 Millionen Kinder kommen jährlich infolge von Durchfallerkrankungen zu Tode, obwohl sie durch die Gabe einer entsprechenden Salzlösung hätten gesunden können. Ein simples Mittel im Wert von nur 25 Cent wäre die Rettung gewesen. Ich frage Sie: In welcher deutschen Tageszeitung haben Sie in den letzten Wochen über diese unbegreiflichen Tatsachen und Zusammenhänge lesen können?
Worüber Sie aber ganz bestimmt mehrfach haben lesen dürfen, ist die angeblich schreckliche Bedrohung durch die „Mexikanische Grippe“, wie die so genannte Schweinegrippe der besseren Medienverträglichkeit halber kürzlich umgetauft wurde. Es kann offensichtlich nicht genug darüber hinausposaunt werden. Sogar in den WCs der Autobahnraststätten können Sie landauf landab erfahren, wie wichtig es ist, sich gegen diese „extreme Gefahr“ zu schützen!
Was leider nicht geschrieben wird: Die „normale“ Grippe tötet jährlich weltweit etwa 500.000 Menschen! Die vor wenigen Jahren ebenfalls als hochgefährlich eingestufte Vogelgrippe indes kostete weltweit - in 10 Jahren! - 250 Menschenleben. Also starben pro Jahr 25 Menschen daran. Man beachte die Relation! Und man frage sich: Was passierte mit dem für teures Geld hergestellten Impfstoff? Und: Wer verdiente daran? Haben wir es wirklich mit Grippe-Pandemien zu tun oder vielleicht eher mit einer Pandemie der Profitg(e)ier?
Was das alles mit dem Thema Krebs zu tun hat, wollen Sie wissen? Na, da fällt Ihnen doch bestimmt eine Menge ein. Oder?
Ich verabschiede Sie in den Herbst, in dem die Natur noch einmal Ihre ganze Pracht herrlich warmer Farbtöne entfaltet, um dann zur Ruhe zu kommen. Auch Ihnen wünsche ich eine ruhige Zeit. Zeit, um - angepasst an die natürlichen Rhythmen - wieder Kraft zu schöpfen, Zeit vielleicht auch für wirklich Neues, Spannendes - und mal was anderes?
Viel Freude beim Lesen des Heftes!
Ihre Bettina Wiegrebe