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Umstrittenes
02.11.2009

Birgit Reitz-Hofmann, fotolia.com
Projekt e-card kollidiert mit dem Datenschutz.
Noch aber lässt sich der „gläserne Patient“ verhindern.
Seit Jahren arbeiten unsere Gesundheitspolitiker an einem umstrittenen und zudem sehr teuren Mammutprojekt - an der „Elektronischen Gesundheitskarte“. Mit Foto und interaktivem Datenchip ausgestattet, könnte es für etwa 80 Millionen gesetzlich Versicherte eine Art zweiter Personalausweis werden, beständig gefüttert mit den intimsten Informationen über den eigenen Körper und seine Schwachstellen. Der Kreis der Zugriffsberechtigten ist kaum eingrenzbar. Wie bei den meisten Neuerungen der Bürokratie werden die davon Betroffenen über die möglichen Folgen im Unklaren gehalten. Politisch engagierte Ärzteverbände kritisieren jedoch bereits seit Längerem das Vorhaben und rufen ihre Kollegen zur Verweigerung auf. Auch die Ärztekammer Nordrhein und die Vertreterversammlung der dortigen Kassenärztlichen Vereinigung rieten den Praxen vom Erwerb der erforderlichen Lesegeräte ab. Der Druck, der in dieser Angelegenheit auf Ärztinnen und Ärzte ausgeübt wird, ist jedoch nicht gering. Deshalb wollten die IPPNW und die „Freie Ärzteschaft“ gemeinsam eine entsprechende Anzeige im „Rheinischen Ärzteblatt“ schalten, in der sie ihre Kollegen zur Standhaftigkeit aufrufen. Sie begründen darin ihren Widerstand mit folgenden Argumenten: „Es gibt keinen belegbaren medizinischen Nutzen.“ „Die Milliardenkosten fehlen in der Gesundheitsversorgung.“ Und: „Es gibt keine Garantie für den Schutz der medizinischen Daten in einer bundesweiten zentralen Serverstruktur.“ Der Abdruck der Anzeige wurde abgelehnt. „PROVOkant“ sprach mit einem seiner Verfasser, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Deutschen Sektion der IPPNW, Matthias Jochheim.
Gedankensplitter aus dem Interview: